Motoröl / Ölviskosität

Alles, was du über Motoröl wissen musst: Ein Leitfaden für Autofahrer

Motoröl ist das Lebenselixier deines Fahrzeugs. Es schmiert die beweglichen Teile des Motors, reduziert Reibung und trägt dazu bei, die Lebensdauer deines Motors zu verlängern. Doch beim Kauf von Motoröl stehen viele Autofahrer vor einer Flut von Informationen, die oft verwirrend sein können. In diesem Blogbeitrag werde ich alles Wichtige über Motoröl erklären, von den verschiedenen Qualitätsstandards bis hin zur Bedeutung von Viskosität.

Viskosität: Das Herzstück des Motoröls

Viskosität ist eine der wichtigsten Eigenschaften von Motoröl. Es beschreibt die Fließfähigkeit des Öls bei verschiedenen Temperaturen. Die Viskosität wird durch eine Zahlen- und Buchstabenkombination angegeben, wie zum Beispiel 10W-40. Das "W" steht für Winter und die Zahl davor gibt die Viskosität bei kalten Temperaturen an. Je niedriger die Zahl, desto dünnflüssiger ist das Öl bei niedrigen Temperaturen, was besonders wichtig ist, um eine schnelle Schmierung beim Kaltstart zu gewährleisten. Die Zahl nach dem Bindestrich gibt die Viskosität bei Betriebstemperatur an. Hier gilt: Je höher die Zahl, desto dickflüssiger ist das Öl und desto besser ist es in der Lage, bei hohen Temperaturen einen ausreichenden Schmierfilm aufrechtzuerhalten.

Qualitätsstandards und Spezifikationen

Motoröle müssen bestimmten Qualitätsstandards entsprechen, um die Leistung und den Schutz des Motors zu gewährleisten. Die wichtigsten Standards werden von Organisationen wie der Society of Automotive Engineers (SAE) und der American Petroleum Institute (API) festgelegt. Die API-Klassifikation besteht aus Buchstaben, wobei jeder Buchstabe eine bestimmte Leistungskategorie des Öls angibt. Zum Beispiel steht API SN für die neueste Kategorie für Benzinmotoren, während API CK-4 für Dieselmotoren verwendet wird.

Beispiel: 10W-40

Nehmen wir das Beispiel 10W-40. Dies bedeutet, dass das Öl bei kalten Temperaturen eine Viskosität hat, die ähnlich der von dünnflüssigem Wasser ist, was einen schnellen Kaltstart ermöglicht (10W). Bei Betriebstemperatur ist das Öl etwas dickflüssiger, was bedeutet, dass es bei höheren Temperaturen einen ausreichenden Schmierfilm aufrechterhalten kann (40).

Die Folgen der falschen Viskosität und warum es im Motorsport anders ist

Die Auswahl der falschen Viskosität für dein Fahrzeug kann schwerwiegende Folgen haben. Wenn das Öl zu dünnflüssig ist, kann es bei hohen Temperaturen zu einem erhöhten Verschleiß führen, da der Schmierfilm nicht ausreichend ist, um die beweglichen Teile des Motors zu schützen. Dies kann zu vorzeitigem Verschleiß von Komponenten wie Lagern, Nockenwellen und Kolbenringen führen. Auf der anderen Seite kann zu dickflüssiges Öl den Motor bei Kaltstarts nicht ausreichend schmieren, was zu erhöhtem Verschleiß beim Start führt.

Ein Beispiel: Stellen wir uns vor, du fährst ein Straßenfahrzeug, das 5W-30 Öl verwendet. Wenn du versehentlich ein Öl mit einer höheren Viskosität wie 15W-40 verwendest, kann dies dazu führen, dass das Öl bei niedrigen Temperaturen zu dickflüssig ist und den Motor nicht ausreichend schmiert, insbesondere beim Kaltstart. Dadurch erhöht sich der Verschleiß der beweglichen Teile und die Lebensdauer des Motors wird verkürzt.

Im Motorsport werden oft spezielle Viskositäten verwendet, die den extremen Bedingungen gerecht werden. Zum Beispiel werden in Hochleistungsrennwagen oft dünnere Öle mit niedrigeren Viskositäten verwendet, wie zum Beispiel 0W-20. Dies liegt daran, dass dünnere Öle eine schnellere Durchdringung der beweglichen Teile ermöglichen und somit eine schnellere Leistungsentfaltung bieten. Außerdem können dünnere Öle dazu beitragen, die Reibung zu reduzieren und die Motorleistung zu optimieren. In Rennsituationen, wo Leistung und Zuverlässigkeit entscheidend sind, sind diese feinen Unterschiede von großer Bedeutung.